PalmArtPress
ISBN 978-3-96258-024-7

Venus  AD

Roman
Gabriele Borgmann

Ab 1. März 2019 im Buchhandel

Gabriele Borgmann rollt das vermutlich erste Plagiat in der Malerei auf. Was sich daraus entwickelt, ist der Flirt mit einem Genie und ein Augenzwinkern auf die Wissenschaft.

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Der Roman

Lucas Cranach gehen die Ideen aus. So stiehlt er kurzerhand eine Skizze von Albrecht Dürer: die Venus mit Amor. Dieses Motiv, denkt Cranach, wird ein Knaller in der Kunst und wird ihm Ruhm bescheren. Cranach malt nach, was Dürer ersann, nämlich die Liebesgöttin, lasziv und nackt, auf Kiefernholz.

Als Albrecht Dürer diesen Diebstahl entdeckt, gerät er außer sich. Die Venus ist seine Schöpfung! Sie muss sein Monogramm tragen. Und in seinem Zorn überwindet er Raum und Zeit. Er landet im Jahr 2019 vor der Neuen Nationalgalerie in Berlin, vor den Füßen der Doktorandin Nele Rosenbach. Die reagiert geistesgegenwärtig und nimmt den Meister mit in ihre Mansardenwohnung, um zu erfahren, was der Kunstwelt bislang verborgen blieb.

Ein Flirt mit einem Genie und ein literarisches Debüt um den Raub der Venus.

Ein origineller Plot, eine verwickelte Geschichte quer durch die Zeiten bis in die Gegenwart der deutschen Hauptstadt mit ihren kulturpolitischen Kämpfen und Eitelkeiten. Das ist spannend und vergnüglich zu lesen.

- Wolfgang Thierse, Bundestagspräsident a. D.

Venus mit Amor (1509) von Lucas Cranach d. Ä.

Der Trailer

© PLATYN FILMPRODUCTION

Leseprobe

Auszug aus dem Buch:

Draußen dämmerte es, zu früh für einen Abend im August. Die letzten Lichtstrahlen fanden kaum mehr durch die Fensterschächte. Er mochte den schleichenden Übergang vom Tag in die Nacht, wenn das Licht mit dem Schatten verschmolz zu einem dichten Vorhang. In diesen Stunden erfasste ihn ein leichtes Schütteln, gemischt aus Müdigkeit und Lust. Kurz zögerte Albrecht – und griff nach einem Fetzen Papier und dem Kohlestift. Er tanzte mit den Fingern in der Luft, atmete tief und setzte an, auf dem Fetzen zu stricheln. Feine Poren fügte er zur Haut, zur Silhouette, zu einer schön gerundeten Frau. Die Brust klein und stehend, apfelgleich. Die Scham ihm zugewandt, die Lippen geöffnet zu einem Versprechen. Albrecht legte seinen linken Arm im Halbrund auf den Tisch, als wollte er das Papier schützen, die gezeichnete Frau abschirmen vor Blicken oder vor Staub. Dabei saß er, wie so oft, einsam in seiner Werkstatt und keine Menschenseele sah zu, was er ersann. Dennoch raste sein Herz, stolperte fast. Schweiß perlte auf der Stirn. Alles in ihm wallte hoch, das Blut, der Ehrgeiz, die Freude. Nur seine Hände schienen unberührt von diesem Sturm der Gefühle. Sie zitterten nicht. Sie führten selbstsicher die Linien zur Kontur. Er genoss die Geburt seiner Idee, aus der Großes erwachsen würde. Für Albrecht löste sich die Zeit auf. Alles war Segen und Zukunft, alles eine Hoffnung, seine Kunst würde begeistern in der Art, wie er sie empfand. In diesem Moment gab es keine Pflicht für ihn, schon gar nicht das Schmalzbrot in der Küche, wo Agnes wahrscheinlich ungeduldig wartete.

Mittlerweile war es nahezu dunkel im Raum, lediglich die Lampe warf einen trüben Schein auf das Blatt, und als er seinen Kopf zurückbog, es mit Abstand betrachtete, da schluckte er mehrmals – er hatte jenseits der sakralen Kunst die Nacktheit gemalt! Albrecht rieb sich die Augen, vor Erschöpfung und auch vor Staunen. Kein Künstler nördlich der Alpen hatte bislang diese Offenherzigkeit gewagt. „Das muss die Venus sein!“, rief er laut und fast schämte er sich für seinen erotischen Sinn. Mit flotten Linien fuhr er über diese Haut auf Papier, wischte mit dem linken Daumen über die Kohle, um zu verdecken, was anrüchig war. Aber nichts verschwand, nicht die Brust und nicht die Scham, auf den Lippen noch immer die Verführung. Als hätte ich ein Stück Gaze über sie geworfen, dachte Albrecht und zeichnete, nun mit dem Schalk im Nacken, einen Amor hinzu. Nie fühlte er sich erfüllter, nie glücklicher als jetzt, da er diesen Papier gewordenen Traum hochnahm und an sich drückte. Albrecht schwor, diese Venus bald schon in Öl auf Holz zu malen. Lebensgroß sollte sie sein und voller Bewegung. Aber noch war die Zeit nicht reif.

„Erst den Fugger“, entschied er. Sechzig Gulden hatte dieser mächtige Mann im Voraus bezahlt.
Agnes würde zufrieden sein.

Die Autorin

© Janine Guldener

Gabriele Borgmann lebt in Berlin.
Sie studierte Kunstgeschichte, arbeitete in Zeitungsverlagen und war 16 Jahre in einer politischen Institution im Medienbereich sowie im Referat internationale Beziehungen tätig.

Seit mehr als zehn Jahren konzipiert und schreibt sie Unternehmens- und Sachbücher, begleitet Autoren und Autorinnen vom Exposé bis zur Veröffentlichung.

„Venus AD“ ist ihr literarisches Debüt.

www.gabrieleborgmann.com

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